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Systemische Beratung im Zwangskontext

"Der zur Entscheidung Gezwungene

befreit sich vom Zwang zur Entscheidung"

(Else Pannek)

 

 

 

 

Nächster Termin am NIS

(Niedersächsisches Institut für systemische Therapie

und Beratung Hannover e.V.):

 

20. & 21. Januar 2020

Wer als Fachkraft in den psycho-sozialen Berufen mit Klienten arbeitet, die im sogenannten Zwangskontext in die Beratung kommen und von sich aus kein Anliegen haben, hat zwei Möglichkeiten:

 

Sich einen anderen Arbeitskontext bzw. andere Klienten suchen oder zu versuchen, die Möglichkeiten zu nutzen, die uns die Arbeit im Zwangskontext bietet. So beschreiben es Marie-Louise Conen und Gianfranco Cecchin in ihrem Buch mit dem Titel „Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden?“.

 

Die Arbeit im Zwangskontext oder mit unmotivierten Klienten bietet besonders in der Kombination mit systemischen Haltungen & Methoden viele spannende Möglichkeiten. Unfreiwilligkeit ist per se kein Hindernis für eine gute oder sogar vertrauensvolle Zusammenarbeit, sondern kann eine spannende Gelegenheit bieten, durch diese Rahmung überhaupt mit den Klienten an entscheidenden Themen arbeiten zu können. Die Haltung der Berater*in ist hierzu der Schlüssel. Ähnlich wie bei der Beratung in Konflikten, die auch zu diesem Bereich dazugehört, gibt es hier großes Potential für Veränderungen.

 

Unumgänglich ist es als Beraterin im Zwangskontext, sich mit dem Aspekt „Macht“ auseinanderzusetzten. Als psycho-soziale Fachkraft im Zwangskontext haben wir unweigerlich eine gewisse Macht in der Ausübung unserer Aufgaben, die nicht selten im Kontrast zu einem „klientenorientierten“ Selbstverständnis steht.

 

Klassische Arbeitsbereiche für die Arbeit im Zwangskontext sind die Jugendämter, die Beteiligten der Jugendhilfe, die Arbeit im Bereich des Kinderschutzes, Bereiche mit geschlossener Unterbringung aber auch die Arbeit in Schulen oder Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, usw.

 

 

Seminarinhalte sind u. a.:

  • Ein Blick auf Bedürfnisse, Stressreaktionen und Konfliktverhalten: Was hat das mit uns als Berater*innen zu tun?
  • Soziale Kontrolle & Macht versus Neutralität & Allparteilichkeit?
  • Un-(Freiwilligkeit) & Kontextsensibilität
  • Hoffnung(-slosigkeit) & die Haltung der Neugier
  • Die Aspekte der Loyalität, Rollensensibilität „Hüte“ & Transparenz
  • Der V-Check: Gangbarkeit in der Konfliktbearbeitung – was hat Humor, Haltung & Rahmung mit gelingenden Prozessen zu tun?
  • Systemische Interventionen & Methoden im Zwangskontext - best practice

 

Sie arbeiten im Seminar an einem eigenen Thema und feilen so an Ihrer zukünftigen prozessorientierten Beratung im Zwangskontext und Ihrer Konfliktberatungstechnik. Die theoretischen Inputs werden im Seminar immer wieder in praktischen Einheiten, wie den „Fragen zur Selbstevaluation und Haltung“ reflektiert und in Kleingruppen bearbeitet. Es stehen ein Handout sowie in den Pausen Getränke, Obst und Kekse zur Verfügung.

 

 

Zielgruppe: Fachkräfte aus der psycho-sozialen Arbeit mit und ohne systemische(r) Vorerfahrung, für die das Thema in ihrem Arbeitsbereich von Bedeutung ist, die einfach Interesse daran haben und sich weiterentwickeln möchten.

 

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© Anja Thürnau, 2019

Systemische Beratung und Supervision